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Unternehmen sollen digital barrierefrei werden: Blinden- und Sehbehindertenverband rollt Beratung breit aus

Die Inklusion von Menschen mit Behinderungen steckt in der Schweiz in den Kinderschuhen. Das zeigt sich besonders auch im Digitalen, obwohl gerade dort die Chancen für die Erschliessung verschiedenster Nutzungen für die Betroffenen immens wären. Das soll sich nun ändern: Der Schweizerische Blinden- und Sehbehindertenverband SBV unterstützt Anbieter mit einem umfassenden Beratungsangebot für digitale Barrierefreiheit.

Digitale Tools wie Touchscreens, Apps oder Webseiten müssen für alle Menschen zugänglich sein, auch für blinde oder sehbehinderte Menschen. Diese digitale Barrierefreiheit fehlt aber an den meisten Orten. Entscheidend für die Umsetzung einer lückenlosen Barrierefreiheit sind entsprechende politische Vorgaben, sensibilisierte Entscheidungstragende – und die konkrete Umsetzung in Unternehmen und Anbietern. 

Anbieter können Web und Apps testen lassen

Tests zur Barrierefreiheit von Webseiten und Apps oder Beratung bei der Entwicklung neuer barrierefreier Produkte: Diese Unterstützung für Unternehmen und Anbieter rollt der Schweizerische Blinden- und Sehbehindertenverband deshalb neu breit aus.

Denn: Gemäss einer kürzlich veröffentlichten Studie sind mehr als 60% der Apps sind ungenügend zugänglich, 80% weisen Barrieren auf. Auch die meisten Webseiten, z.B. Online-Shops, sind nicht barrierefrei. Damit schliessen die Anbieter rund 380’000 Menschen mit Sehbeeinträchtigung und damit potentielle Kund:innen von ihren Leistungen aus. Der Bundesrat hat den Handlungsbedarf erkannt und empfiehlt in seiner Botschaft zur Teilrevision des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) die Aufnahme eines Artikels für diskriminierungsfreie Dienstleistungen Privater, inklusive digitaler Angebote.

Umsetzung digitaler Barrierefreiheit: Informationsoffensive bei Anbietern

«Der SBV will einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass die Unternehmen ihre digitalen Produkte barrierefrei an den Markt bringen können», sagt Martin Abele, Departementsleiter Interessenvertretung und Kommunikation. «Dazu müssen sie für die Thematik und deren Bedeutung sensibilisiert sein – aber sie müssen auch wissen, wo sie sich Hilfe holen können. Das bieten wir mit unserem Innovations- und Beratungsangebot an.» Bei den Tests etwa lasse sich mit wenig Aufwand ein sehr gutes Resultat für blinde und sehbehinderte Menschen erreichen; bei der Beratung werden barrierefreie Lösungen nach der Analyse direkt umgesetzt.

Der SBV macht sein Angebot nicht nur breit für alle Unternehmen und Dienstleister zugänglich, er geht Zuständige in Unternehmen im Rahmen der aktuell laufenden Kampagne ‘Digitale Barrierefreiheit JETZT’ auch direkt an, über gezielte Kontakte in sozialen Medien, Hunderte von persönlichen Anschriften und mittels spezifischer Versände.

«Die Resonanz auf die Lancierung unserer Kampagne Digitale Barrierefreiheit war enorm», sagt Martin Abele. «Bereits 9 Millionen Mal konnten wir seit dem Start Anfang September über den dringenden Bedarf nach Barrierefreiheit im Digitalen informieren. Nun geht es darum, diese Sensibilisierung in echte Handlung zu überführen.»

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